Disteln – vielfältige und oft lästige Gäste im Garten

Der Begriff Distel bezeichnet nicht eine einzelne Pflanzenart, sondern eine ganze Reihe von verschiedenen Arten und Gattungen innerhalb der Korbblütler. Ihnen allen ist gemein, dass sie sich mit Dornen vor Fressfeinden schützen. Dabei sind mal nur die Blüten mit Stacheln bewehrt, bei anderen Arten wiederum auch die Blätter oder sogar der Stängel. In deutschen Gärten breiten sich oft Gänsedisteln, Eselsdisteln oder die besonders gefürchteten Kratzdisteln aus. Von diesen dreien kannst Du lediglich die Gänsedistel mit bloßen Händen entfernen, alle anderen Gattungen sind an den Blatträndern, und teilweise auch an den Blüten, mit schmerzhaften Dornen bewehrt. Die meisten Distelarten sind ein- oder zweijährig, was dazu führt, dass vermeintlich entfernte Pflanzen im nächsten Jahr oft unerwarteter Weise wieder neu austreiben. Dafür verantwortlich sind die für Disteln typischen Pfahlwurzeln, die weit in die Tiefe reichen und daher die oberflächliche Entfernung der Pflanze überdauern. Andererseits lässt sich der Spuk dadurch auch einigermaßen eindämmen, wenn Du dafür sorgst, dass die Disteln nicht dazu kommen, ihre Samen zu verbreiten.
So sagst Du den Disteln den Kampf an
Der wichtigste Grund, Disteln rasch nach ihrem Auftauchen aus dem Garten zu entfernen ist, dass sie aufgrund ihres raschen Wachstums und der großen rosettenartig angeordneten Blätter anderen Beetpflanzen oder dem Rasen Licht und Nährstoffe wegnehmen und sie verdrängen. Da sie sich sowohl über Wurzelausläufer als auch über Samen vermehren, wird aus einer Pflanze im Laufe der Zeit schnell ein ganzes Dutzend, das immer mehr Raum im Garten einnimmt und anderen Gewächsen keine Chance mehr lässt.
Am effektivsten: Distel mitsamt Wurzel entfernen
Wie bei den meisten Unkräutern, die in ihren Wurzeln Energie für schwere Zeiten speichern und dadurch immer wieder austreiben können, entfernst Du Disteln am besten mitsamt ihrer Wurzel. Da die Pfahlwurzeln, vor allem bei bereits hoch gewachsenen Exemplaren, sehr tief in den Boden ragen können, handelt es sich dabei aber um echte Knochenarbeit. Wähle dafür am besten einen Tag, nachdem es stark geregnet hat. Dann ist der Boden gut durchweicht, was Dir Deine Aufgabe um ein Vielfaches erleichtert. Auf keinen Fall solltest Du zum Ausgraben der Disteln einen Spaten verwenden. Mit diesem durchtrennst Du nämlich zu leicht kleine Wurzelausläufer und im schlimmsten Fall war die ganze Arbeit umsonst. Disteln können nämlich schon aus relativ kleinen Wurzelstücken neu austreiben und sich auf diese Weise sogar ungewollt vermehren. Spezielle Unkraut- oder Distelstecher sind speziell für das Ausstechen der Pflanzen mitsamt Wurzel designt und daher eine gute und empfehlenswerte Alternative. Letztendlich funktioniert das Ausstechen aber nur bei kleinen bis mittelgroßen Disteln. Im schlimmsten Fall reicht die Pfahlwurzel über zwei Meter in die Tiefe, das ist kaum zu schaffen. Bekämpfe Disteln daher möglichst früh, wenn Du sie sichtest. Bevor Du mit der Arbeit beginnst, ziehe Dir unbedingt Gartenhandschuhe an. Sie verhindern, dass Du Dich an den stachligen Blättern verletzt. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern führt manchmal sogar zu allergischen Reaktionen oder Infektionen.