Strapazierrasen Ratgeber

Strapazierrasen Ratgeber - Wichtige Tipps zur Anlage und Pflege​

Strapazierrasen, auch als Sportrasen bekannt, gehört zu den ausdauerndsten Rasenmischungen. Er wird vor allem auf Sportplätzen, teilweise aber auch in Parks, auf Liegewiesen und Parkplätzen gesät. Gärtner entscheiden sich für Strapazierrasen-Samen, wenn ihre Kinder oft auf der Rasenfläche spielen oder diese häufig anderen Belastungen, wie Gartenfesten und Haustieren standhalten muss.

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Robuster Rasen mit vielen Namen

SpielrasenDa zur Benennung verschiedener Rasensorten keine einheitlichen Standards existieren, findest Du Strapazierrasen unter vielen unterschiedlichen Namen im Handel. Er ist dort beispielsweise auch als Parkrasen bekannt, da er sich gut für öffentliche Grünanlagen eignet. Diese müssen, vor allem im Sommer, nicht nur mit Trockenheit und wenig Pflege, sondern auch mit vielen Menschen, die täglich darüber spazieren, zurecht kommen. Eine wichtige Unterkategorie des Strapazierrasens ist der Sportrasen. Rasenmischungen für professionelle Sportplätze gehören mit zu den robustesten überhaupt. Die Grasnarbe muss extremen Belastungen standhalten und sich schnell regenerieren. Dazu ist in der Regel aber auch ein hoher Pflegeaufwand nötig. Das siehst Du alleine schon daran, dass es in jedem Verein einen Platzwart gibt, dessen Aufgabe es ist, die Grasfläche regelmäßig zu mähen, düngen und zu wässern. Außerdem müssen Lücken im Sportrasen so schnell wie möglich durch Nachsäen wieder geschlossen werden. Für die sehr gute Strapazierfähigkeit sorgt nämlich vor allem auch die sehr dichte Grasnarbe. Beschädigungen an ihr können sich innerhalb kürzester Zeit ausbreiten und den ganzen Sportrasen gefährden.

Wenn Du Dich an den Regelsaatgutmischungen des Bundessortenamts orientierst, lässt sich Strapazierrasen am besten unter dem dortigen RSM 3 – Sportrasen einordnen. Aber auch einige RSM 2 – Gebrauchsrasen Mischungen sind sehr robust und werden deswegen teilweise ebenfalls unter der Bezeichnung Strapazierrasen verkauft. Hier solltest Du aber besonders auch auf die Zusammensetzung der Mischungen für den Privatgebrauch achten. Denn sie entscheiden letztendlich darüber, wie strapazierfähig der Rasen wirklich ist. Auch der Parkplatzrasen nach RSM 5 zählt definitiv zu den ausdauernden Grasflächen und ist im weiteren Sinne auch ein Strapazierrasen. Beim Kauf des Saatguts für Deine neue Rasenfläche, solltest Du Dich daher nicht ausschließlich an den von den Herstellern vergebenen Namen, sondern vor allem auch nach der Zusammensetzung der Gräser, richten.

Strapzierrasen und seine Eigenschaften

Wie schon erwähnt gehört Sport- und Strapazierrasen aufgrund seiner dichten Grasnarbe zu den robustesten und widerstandsfähigsten Rasensorten. Das spiegelt sich auch in seiner starken Resistenz gegenüber Unkräutern wider. Diese haben durch den dichten Graswuchs kaum Platz, sich breit zu machen und solange der Strapazierrasen ausreichend gedüngt und gepflegt wird, haben andere Pflanzen überhaupt keine Chance, gegen die wachstumsfreudigen Gräser anzukommen. Der Pflegeaufwand für Strapazierrasen hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: Der genauen Zusammensetzung der verwendeten Rasensorten und den Belastungen, denen er regelmäßig ausgesetzt ist. Wenn also täglich Kinder auf Deinem Sport- und Spielrasen spielen, musst Du ihn häufiger düngen und gegebenenfalls auch nachsäen, als wenn er nur ab und zu benutzt wird. Das rasche Wachstum und die gute Regenerationsfähigkeit der in den Sportrasen verwendeten Grassorten hat aber auch einen Nachteil: Einen Strapazierrasen musst Du mit am häufigsten mähen, um ihn im Zaum zu halten. Dabei fällt natürlich auch jede Menge Schnittgut an. Das kann gerade bei größeren Rasenmengen in der Stadt oder wenn Du keinen Komposter hast, problematisch werden. Überlege daher am besten genau, wie stark Dein Rasen belastet werden wird und ob es wirklich eine Sportrasenmischung sein muss oder ob ein Gebrauchsrasen auch ausreichend wäre. Mit der richtigen Pflege belohnt Dich Dein Strapazierrasen mit einem traumhaft dichten Wuchs und einem satten Dunkelgrün. Er eignet sich daher ideal, wenn Du Deinen Garten intensiv nutzen, aber trotzdem nicht auf einen hochwertigen Rasen verzichten möchtest. Von der Optik her, kommt er dem von allen belastbaren Rasensorten dem leider sehr empfindlichen Zierrasen noch am nächsten.

Strapazierrasen für Hunde und andere Haustiere

Tiere auf RasenStrapazierrasen ist meist auch die richtige Wahl, wenn Du einen Hund hast und mit diesem oft im Garten auf dem Rasen spielst. Die dabei entstehenden Belastungen durch das Toben und die schnellen Richtungsänderungen eines mittelgroßen oder großen Hundes solltest Du nämlich nicht unterschätzen. Viele Gebrauchsrasen-Mischungen kapitulieren vor diesen harten Umweltbedingungen.
Auch für andere Haustiere ist Strapazierrasen wegen seiner enormen Wuchsfreude und Austriebskraft eine Bereicherung. Meerschweinchen oder Hasen können ihn problemlos abfressen, weil er schnell wieder nachwächst. Und auch wenn Du eigene Hühner im Garten hast, ist Strapazierrasen mit seiner dichten Grasnarbe deutlich robuster gegenüber deren Scharren und Picken als andere Rasensorten.

Strapazierrasen Rasensamen: Sorten und Zusammensetzungen

Die Regelsaatgutmischungen unterscheiden beim Sportrasen und Spielrasen zwischen Rasensamen zur Neuanlage einer Rasenfläche und Samenmischungen zur Regeneration und Nachsäen eines bereits bestehenden Sportrasens.

RSM 3.1 Sportrasen Neuanlage Sportstätten
Regelsaatgutmischungen zur Anlage von Sportrasenflächen bestehen in der Regel jeweils etwa zur Hälfte aus Deutschem Weidelgras (Lolium Perenne) und Wiesen-Rispengras (Poa Pratensis). Lolium Perenne sorgt dabei für das dichte Wachstum, die schnelle Regeneration und hohe Belastbarkeit des Sportrasens. Das Gras bildet nämlich sowohl Horste aus nah beieinander wachsenden Halmen als auch Ausläufer, mit denen es große Flächen besiedelt, aus. Auch mit Trockenheit kommt Weidelgras recht gut zurecht. Die wuchsfreudige Gräsersorte ist sehr trittresistent, allerdings empfindlich, was Frost angeht. Sie eignet sich daher nur bedingt für hohe Lagen mit langen Frostperioden. Wird Rasen mit einem hohen Anteil an Deutschem Weidelgras nicht genug gefordert, werden das ständige Wachstum und die rege Ausbreitung durchaus einmal problematisch. Um dem vorzubeugen, solltest Du es immer mit anderen Gräsern kombinieren.
Das Wiesen-Rispengras ist ein wahres Allroundtalent. Mit dem Weidelgras gemein hat es seine hohe Trittfestigkeit und Belastbarkeit, sodass ihm eine starke Beanspruchung nichts ausmacht. Es ist nicht ganz so wuchsfreudig, breitet sich aber ebenso über unterirdische Kriechwurzeln aus und sorgt so dafür, dass sich Löcher im Rasen schnell wieder schließen. Es kommt hervorragend mit Trockenheit klar und hat auch mit höheren Lagen und kühleren Temperaturen kein Problem. In der Landwirtschaft ist die Pflanze aufgrund ihrer Genügsamkeit und des guten Ertrags eine beliebte Wahl für Wiesen und Weiden.

RSM 3.2 Sportrasen Regeneration
Die Regenerationsmischungen für Sportrasen bestehen meist ebenfalls aus Deutschem Weidel- und Wiesen-Rispengras. Letzteres nimmt hier aber einen niedrigeren Stellenwert ein und macht nur bis zu 15 % des Gesamtanteils aus. Das liegt daran, dass das Weidelgras schneller wächst und genau diese Eigenschaft beim Nachsäen erwünscht ist. Denn je schneller die Grasnarbe wieder geschlossen ist, desto früher ist die Rasenfläche wieder voll belastbar und es kommt zu keiner weiteren Zerstörung. Außerdem kann man damit rechnen, dass Stellen, die nachgesät werden müssen, insgesamt mehr belastet werden als solche, die intakt bleiben. Auf einem Fußballplatz sind dies Beispielsweise die Bereiche um das Tor herum. Hier ist es sinnvoll, den Poa pratensis, weil hier die Abnutzung so hoch ist, dass negative Effekte durch zu große Ausbreitung ausgeschlossen sind. Stattdessen überwiegen hier ausnahmslos die positiven Effekte der widerstandsfähigen Grassorte und ihrer schnellen Regeneration.
Häufig beinhalten Rasensaatgutmischungen zur Nachsaat auch schon Poa pratensis, der dafür sorgt, dass die Rasensamen ideale Bedingungen zum Anwachsen haben. Denn je schneller sie keimen und hochwachsen, desto weniger Chancen haben andere Pflanzen, es sich in den entstandenen Lücken bequem zu machen.

RSM 2.3 Gebrauchsrasen – Spielrasen
Der Strapazierrasen, der speziell für die Anwendung im Gartenbereich gedacht ist, wird vom Bundessortenamt als Gebrauchsrasen eingeordnet. Er besteht aus Deutschem Weidelgras (Lolium Perenne), Wiesen-Rispengras (Poa Pratensis) und verschiedenen Unterarten des Rotschwingels (Festuca Rubra). Dadurch sind diese Saatgutmischungen etwas weniger wuchsfreudig, Du musst sie seltener mähen und es entstehen weniger Schnittabfälle. Natürlich leidet darunter aber auch die Belastbarkeit. Der Rotschwingel-Anteil sorgt außerdem dafür, dass die Mischung etwas besser mit feuchten Böden zurechtkommt. Die Gräsersorte verfügt über sehr feine Halme und sorgt so für ein ebenmäßigeres Erscheinungsbild des Rasens. Außerdem verdichtet sich durch ihre Beimischung die Grasnarbe noch mehr, was Unkräutern noch weniger Chancen lässt, sich breit zu machen.

RSM 5.1 Parkplatzrasen
Rasen auf Parkplätzen, egal ob es sich um reine Grasflächen oder eine Kombination aus Gittersteinen und Gräsern handelt, ist sicherlich mit den meisten Belastungen überhaupt ausgesetzt. Er muss nicht nur mit der Belastung durch Autoreifen, sondern auch mit oft nicht idealen Umweltbedingungen umgehen können. Zu diesem Zweck kommen, wie beim Sport- und Spielrasen für den Garten auch, Deutsches Weidelgras, Wiesen-Rispengras und Rotschwingel zum Einsatz. Außerdem werden oft Saatgutmischungen für Parkplatzrasen mit 2 % Schafgarbe angeboten. Sie sorgt dafür, dass der Rasenteppich noch dichter wird und ist ebenfalls sehr trittbeständig.

Strapazierfähigen Rasen anlegen – das richtige Mischungsverhältnis macht’s

Insgesamt gibt es nicht DAS richtige Saatgut für einen strapzierfähigen Rasen. Welche Gräsersorten Du am besten in welchem Verhältnis miteinander verwendest, hängt vom Standort und der voraussichtlichen Belastung ab. Bist Du Dir noch nicht sicher, wie robust Deine zukünftige Rasenfläche sein muss, kannst Du erst einmal mit einer RSM 2.3 für Sport- und Spielrasen anfangen. Achte dabei darauf, kein billiges Saatgut von schlechter Qualität zu verwenden. Es keimt deutlich schlechter als hochwertige Gräsersamen und kostet Dich, weil Du es häufiger nachsäen musst, nur Zeit und Geduld. Stellt sich Dein Rasen mit der Zeit als nicht robust genug heraus, kannst Du mit einer etwas wuchsfreudigeren Mischung mit einem höheren Anteil an Deutschem Weidelgras und Wiesen-Rispengras nachsäen. So nährst Du Dich im Laufe der Zeit der optimalen Zusammensetzung an Gräsersorten für Deinen Garten. Andersherum vorzugehen, also erst eine sehr robuste Mischung zu wählen und dann mit der Zeit immer mehr Rotschwingel unterzumischen ist leider weniger effektiv. Denn sind sie erst einmal angewachsen und haben eine dichte Grasnarbe gebildet, lassen sich die robusten Gräsersorten nur noch schwer wieder vertreiben. Das ist an sich nicht weiter schlimm, aufgrund ihres schnellen Wachstums hast Du aber dann unter Umständen einen größeren Arbeitsaufwand und mehr Rasenabfälle.

Sportrasen richtig pflegen

Jeder noch so strapazierfähige Rasen ist nur so robust, wie er auch gesund ist. Fehlen ihm Nährstoffe, ist es mit der grünen Wiese meistens ganz schnell vorbei. Von daher braucht auch Strapazierrasen die richtige Pflege, um bestmöglich zu gedeihen.

Strapazierrasen regelmäßig mähen

Besonders wichtig ist beim Sportrasen das regelmäßige Mähen. Aufgrund der großen Wachstumsfreudigkeit der verwendeten Gräsersorten solltest Du Deinen Strapazierrasen ein- bis zweimal in der Woche mähen. Das unterstützt die Verzweigung der einzelnen Gräser und hilft dabei, eine regelmäßige, dichte Grasnarbe auszubilden, die die Rasenfläche erst so robust macht. Da Strapazierrasen sehr viel Stickstoff für sein Wachstum braucht, kannst Du ihm wunderbar mit einem Mulchmäher eine Freude machen. Durch das Häckseln und Verteilen des Schnittguts auf dem Rasen bekommt dieser die wertvollen Nährstoffe gleich wieder zurück. Gleichzeitig schützt es im Sommer den Boden vorm Austrocknen und sorgt dafür, dass Unkräuter es schwer haben, Fuß zu fassen. Die richtige Schnitthöhe für Strapazierrasen liegt zwischen drei und vier Zentimetern. Mähst Du ihn kürzer, fördert das unter Umständen die Verbreitung des einjährigen Rispengrases, das sich dann zunehmend ausbreiten kann und die Dichte der Grasnarbe verringert. Ein zu tiefer Schnitt bringt außerdem die Gefahr mit sich, dass Du das Wurzelwerk der Gräser aus Versehen beschädigst, sie deswegen an dieser Stelle erst einmal absterben und Lücken entstehen. Da nur wenige Unkräuter es verkraften, regelmäßig zurückgestutzt zu werden, sorgst Du mit dem regelmäßigen Mähen auch dafür, dass sie gar nicht erst dazu kommen, sich auf Deinem Rasen auszubreiten.

Strapazierrasen im Sommer wässern?

Je nach Zusammensetzung Deines Strapazierrasens benötigt dieser etwas mehr oder weniger Wasser. Achte am besten darauf, ob die Halme schlaff und welk hängen oder noch voller Kraft gerade stehen. Sieht der Rasen etwas mitgenommen aus, ist es meist schön höchste Zeit, die Beregnung einzuschalten. Grob gilt: Deutsches Weidelgras und vor allem das Wiesen-Rispengras kommen sehr gut mit etwas trockeneren Bedingungen klar, während Rotschwingel mehr Feuchtigkeit bevorzugt. Eine allgemeine Anleitung zum Rasen wässern findest Du hier.

Strapazierrasen bedarfsgerecht düngen

Um den hohen Nährstoffbedarf der schnell wachsenden Gräser zu decken, solltest Du Deinen Strapazierrasen vier- bis fünfmal im Jahr düngen. Dabei startest Du im Frühjahr etwa im April mit der ersten Düngergabe und wiederholst diese alle sechs bis acht Wochen. Achte dabei auf einen hohen Stickstoffgehalt des Düngers und die saisonalen Bedürfnisse des Rasens. Fehlt es dem Rasen an Nährstoffen, wächst er nicht mehr so dicht, was ihn insgesamt anfälliger für Beschädigungen und die Einwanderung von Unkräutern macht.

Strapazierrasen vertikutieren und nachsäen

Auch was das Vertikutieren angeht ist Sportrasen eher pflegeaufwändig. Die ausläuferbildenden Gräsersorten sorgen dafür, dass vergleichsweise viel Rasenfilz entsteht, das Du zweimal im Jahr entfernen solltest. Verbinde diese Termine im Frühjahr und zeitigen Herbst damit, Deinen Strapazierrasen, falls nötig, nachzusäen. Ohne Rasenfilz können die Samen nämlich besser keimen und wachsen schneller an. Entstehen durch punktuell starke Belastungen kahle Stellen, solltest Du aber nicht allzu lange mit dem Ausbessern warten, sondern lieber einmal außerhalb der Regel nachsäen. Sportrasen und seine Belastbarkeit leben davon, dass die Grasnarbe gleichmäßig dicht und fest ist, daher gefährden kleine Löcher immer auch die Gesundheit der ganzen Rasenfläche. Achte darauf, dass die nachgesäten Bereiche in der ersten Zeit nicht oder nur wenig betreten werden. Die jungen Triebe sind im Gegensatz zu dem etablierten Rasen nämlich weniger trittbeständig und robust. Zum Nachsäen eignen sich entweder RSM 3.1 oder RSM 3.2. Je nachdem, ob es sich um kahle Stellen durch Unkrautbefall oder zu große Belastung handelt, solltest Du auf einen niedrigeren oder höheren Anteil an Deutschem Weidelgras achten.

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