Rasen vertikutieren

Rasen vertikutieren - Die wichtigsten Tipps für einen gesunden Rasen

Selten sind Rasenflächen wieder so schön wie direkt nach der Aussaat oder dem Verlegen eines frischen Rollrasens. Grund dafür sind nicht nur Unkräuter, die sich bei nicht idealer Pflege schnell breit machen. Im Laufe der Zeit bildet sich auch sogenanntes Rasenfilz. Dabei handelt es sich um eine Schicht aus abgestorbenem Gras und toten Wurzeln, die sich im Laufe der Zeit verdicken kann. Zersetzt sie sich nicht schnell genug, erstickt sie den eigentlichen Rasen dann regelrecht, weil dieser nicht mehr genug Wasser, Sauerstoff und sonstige Nährstoffe erhält.
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Vertikutieren – was ist das überhaupt?

Das Wort vertikutieren ist aus dem Englischen entlehnt und besteht aus vertical (vertikal) und cut (schneiden). Damit ist an sich auch schon hinreichend beschrieben, was beim Vertikutieren passiert: Eine sich drehende Walze mit eingebauten, spitz zulaufenden Harken wird über die Rasenfläche bewegt. Dabei ritzen die Messer einige Millimeter tief in den Boden und reißen das Rasenfilz sowie eventuell vorhandenes Moos heraus. Je nach Art des Vertikutierers verbleibt das herausgelöste Pflanzenmaterial erst einmal auf dem Rasen und muss zusammen gerecht werden oder es landet direkt in einem Fangkorb.

Wie auch bei den Rasenmähern, gibt es Vertikutierer sowohl mit Benzin- als auch mit Elektromotor. Was davon besser für Dich und Deinen Rasen passt, hängt vor allem von der Fläche ab. Ist diese sehr groß, lohnt sich oft die Anschaffung eines Benzin-Vertikutierers, weil dessen Reichweite nicht durch ein Kabel oder die Akkuladung eingeschränkt ist. Für kleine Rasenstücke eignen sich auch Handgeräte zum Vertikutieren. Sie sind sehr preiswert und verbrauchen keinen Kraftstoff außer der eigenen Muskelkraft. Für große Flächen ist das Vertikutieren per Hand aber nicht unbedingt zu empfehlen, weil es doch recht anstrengend ist. Wenn Du Dir nicht sofort ein teures Gerät zulegen möchtest, kannst Du auch einen Vertikutierer mieten.

Anzeichen zum Vertikutieren

Junger Rasen sollte in den ersten zwei bis drei Jahren noch nicht vertikutiert werden. In diesem Zeitraum besteht die Gefahr, die noch empfindliche Grasnarbe zu beschädigen oder noch nicht ausreichend verwurzelte Halme mitsamt dieser herauszuziehen. Das ist meist nicht weiter schlimm, weil sich in den ersten Jahren sowieso noch kein allzu dichtes Rasenfilz festsetzt oder Moos breit macht. Falls dies doch der Fall sein sollte, kannst Du erst einmal die anderen Tipps zur Moosbekämpfung nutzen.

Ob Du Deinen Rasen vertikutieren solltest oder ob noch alles in Ordnung ist, kannst Du ganz einfach prüfen: Nehme eine kleine Metallharke oder einen Rechen und ziehe damit locker durch die Grasnarbe. Bleiben dabei deutlich kleine Grasreste und Moos an den Zinken hängen, kann Dein Rasen vom Vertiktuieren profitieren. Schwere Böden, die sowieso schon luftarm sind und zur Staunässe neigen, sind besonders anfällig für Moos und Rasenfilz. Das Gleiche gilt für schattige Flächen. Richte Dein Augenmerk bei der Kontrolle daher besonders auf solche Stellen!

Vertikutieren als Teil der jährlichen Frühjahrskur

Theoretisch kannst Du Deinen Rasen die ganze Wachstumsphase hindurch von April bis September vertikutieren. Da die Behandlung das Gras aber schwächt und es anschließend besonders intensive Pflege benötigt, eignen sich die warmen Sommermonate nicht sonderlich gut dafür. Durch Hitze und Trockenheit wird dem Rasen die Regeneration erschwert und Unkräuter erhalten die Chance, sich durchzusetzen. Auch solltest Du häufiges Betreten und eine intensive Nutzung der Fläche nach dem Vertikutieren erst einmal vermeiden.

Da der Rasen nach dem Vertikutieren viele Nährstoffe benötigt, um sich wieder zu erholen, bietet es sich an, das Verfahren mit einer Düngergabe, genauer gesagt der Frühlingsdüngung zu verbinden. Fangen die ersten Narzissen im März und April an zu blühen, erwachen auch die Gräser aus ihrer Winterruhe und fangen wieder an zu wachsen. Die richtige Reihenfolge der Pflegemaßnahmen hängt dabei maßgeblich vom Zustand des Rasens ab: Ist dieser vom Winter sichtlich geschwächt, ist es sinnvoll, ihn zuerst zu düngen und etwa zwei Wochen danach zu mähen und zu vertikutieren. Mit den zugeführten Nährstoffen kann sich die Rasenfläche ideal erholen und entstehende Lücken schnell wieder schließen. Ist der Rasen nach dem Winter in einer guten Verfassung, kannst Du auch zuerst vertikutieren und anschließend düngen. So stellst Du sicher, dass die Nährstoffe nicht im Rasenfilz hängenbleiben und schnell die Wurzeln erreichen. Mehr zum Thema Düngen findest Du hier.

Vertikutieren – die richtigen Voraussetzungen schaffen

Zum Vertikutieren sollte der Boden auf jeden Fall nicht nass, aber auch nicht völlig ausgetrocknet sein. Ist er aufgeweicht, geht die Arbeit zwar leichter von der Hand, es besteht aber auch das Risiko, dass Du Gräser mitsamt Wurzel herausziehst und die Grasnarbe so zerstörst. Bei Temperaturen zwischen 10 und 20 °C sollte der Boden bereits vollständig aufgetaut und keine härteren Frostperioden mehr zu erwarten sein. Der Rasen sollte außerdem nicht zu lang sein, weil die Haken des Vertikutierers die Halme sonst unnötig beschädigen. Über diese Verletzungen verlieren die Pflanzen viel Wasser, das sie jedoch zur Regeneration benötigen. Kürze den Rasen daher vor der Bearbeitung am besten auf zwei bis vier Zentimeter! Bevor Du beginnst, solltest Du noch sichergehen, dass Dein Vertikutierer korrekt eingestellt ist. Die meisten Geräte bieten eine verstellbare Ritztiefe. Diese sollte jedoch drei Millimeter nicht übersteigen, da sonst zu viel Wurzelwerk der Gräser verletzt wird.

So solltest Du beim Vertikutieren vorgehen

Bist Du erst einmal startklar, solltest Du darauf achten, Dich mit dem Vertikutierer in einer gleichmäßig zügigen Geschwindigkeit über den Rasen zu bewegen. Bleibst Du stehen, dringen die Messer immer tiefer in den Boden ein und schädigen dort die Grasnarbe. Zum Wenden haben die meisten Geräte die Funktion eingebaut, dass die Messer angehoben werden können. So entstehen in den Ecken keine übermäßigen Belastungen.
Laufe den Rasen zuerst in Längs- und dann in Querbahnen ab, sodass ein Schachbrettmuster entsteht und säubere die Fläche danach von dem gelockerten Rasenfilz. Hierzu eignet sich am besten eine Harke aus Metall. Ist an einigen Stellen noch hartnäckiges Moos oder Rasenfilz zu sehen, kannst Du dort noch einmal mit einer größeren Ritztiefe nacharbeiten. Dabei solltest Du jedoch keinesfalls noch einmal den ganzen Rasen abfahren, sondern wirklich nur punktuell arbeiten.

Die richtige Pflege nach dem Vertikutieren

Ist dies nicht bereits im Vorfeld geschehen, solltest Du Deinen Rasen nach dem Vertikutieren auf jeden Fall mit einem stickstoffhaltigen Dünger versorgen. Auch ihn zu bewässern ist meistens sinnvoll. Achte dabei aber darauf, dass sich keine Pfützen oder ähnliches bilden. Durch das Anritzen des Bodens nimmt dieser die Flüssigkeit wesentlich schneller und besser auf als vorher. Stehendes Wasser ist daher ein Anzeichen deutlicher Überwässerung, die Du vermeiden solltest.

Weist der Rasen nach dem Vertikutieren deutliche kahle Stellen auf, solltest Du dort am besten nachsäen. Dabei ist es wichtig, die passende Saatgutmischung zu wählen. Für schattige Flächen nutzt Du beispielsweise speziellen Schattenrasen, da dieser widerstandsfähiger ist. Auch für verschiedene Verwendungs- und Beanspruchungsarten gibt es in der Regel eigene Sorten. Weil diese sich oft auch im Grünton unterscheiden, ist es sinnvoll, nicht nur die kahlen Flecken nachzusäen, sondern auch einige Samen auf den intakten Flächen verteilen. So fallen die Übergange am Ende weniger auf. Die Nachsaat ist auch die ideale Gelegenheit, um den Boden mit etwas Sand aufzulockern. Es sollten aber nicht mehr als ein bis zwei Zentimeter sein.

Im Herbst vertikutieren

Unter bestimmten Bedingungen, profitiert der Rasen im Herbst ebenfalls vom Vertikutieren. Besonders wenn der Sommer eher feucht war und sich deswegen viel Moos oder andere Unkräuter gebildet haben, erleichterst Du dem Rasen durch die Behandlung das Regenerieren vor dem Winter. Hier gelten die gleichen Richtlinien wie beim Vertikutieren im Frühling. Du solltest also darauf achten, dass es nicht mehr allzu warm, aber auch noch nicht zu kalt ist. Schließlich muss sich der Rasen, bevor er sein Wachstum im Winter einstellt, noch ausreichend erholen können. Auch im Herbst solltest Du das Vertikutieren mit einer Düngergabe kombinieren und kahle Stellen bei Bedarf nachsäen.

Vertikutieren oder Belüften: Das sind die Unterschiede

Vertikutieren und Aerifizieren wird oft gleichgesetzt. Die Vorgehensweisen der beiden Verfahren ähneln sich tatsächlich sehr, der Zweck unterscheidet sich jedoch. Beim Vertikutieren steht das Entfernen von Moos und Rasenfilz im Vordergrund. Durch das Eindringen der Messer in den Boden wird dieser etwas aufgelockert, das ist aber nicht das Hauptziel. Vielmehr soll sich mit dem Abtragen des abgestorbenen Pflanzenmaterials die Sauerstoffzufuhr für die Pflanzen wieder verbessern. Beim Aerifizieren hingegen steht die Auflockerung des Bodens im Vordergrund der Maßnahme. Durch das Stanzen kleiner Löcher wird die Bodenverdichtung aufgebrochen und der Gasaustausch an den Wurzeln gefördert, was sich positiv auf das Wachstum auswirkt.
Vertikutiert wird nur ein- bis zweimal im Jahr, je nach Ausmaß der Verfilzung. Das Belüften des Rasens ist nicht grundsätzlich, sondern vor allem auf viel genutzten Flächen nötig. Durch häufiges Betreten wird die Erde auf Sport- und Golfplätzen üblicherweise stark zusammengedrückt. Diese müssen, während sie in Benutzung sind, regelmäßig alle sechs Wochen belüftet werden. Im privaten Gartenbereich ist das Aerifizieren, auch aufgrund des hohen Aufwands sowie der nötigen Geräte, eher unbekannt.

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