Schattenrasen Ratgeber – die besten Tipps für Aussaat und Pflege

Schattenrasen Ratgeber – Tipps für Aussaat und Pflege

Im Schatten von Bäumen, Sträuchern und Häusern ist es oft schwer, Rasen zu kultivieren. Dieser benötigt für sein Wachstum nämlich neben den passenden Bodenverhältnissen und Nährstoffen auch jede Menge Licht. Ist dieses nicht in ausreichendem Maße vorhanden, kränkeln die Gräser und stattdessen machen sich Unkräuter und Moos breit. Da diese besser an die spärlichen Lichtverhältnisse angepasst sind.

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Schattenrasen und was er kann

Während die meisten Gräsersorten Sonnenlicht lieben, gibt es auch einige, die mit relativ wenig Sonne auskommen. Sie sorgen dafür, dass Schattenrasen auch an eher dunklen Standorten im Garten wächst und gedeiht. Dabei sind die genauen Eigenschaften des Schattenrasens natürlich von den jeweils verwendeten Gräsern abhängig:

Lägerrispe (Poa Supina)
Die Lägerrispe ist der wichtigste Bestandteil von Saatgutmischungen für Schattenrasen. Sie gilt als die Gräsersorte, die am besten mit schwierigen Lichtverhältnissen zurechtkommt. Das liegt sowohl an ihren breiten Blättern als auch daran, dass sie die feuchten Verhältnissen, die oft im Schatten herrschen, mag. Für ihr Wachstum braucht die Lägerrispe viele Nährstoffe, weswegen sie in der Natur oft auch Viehweiden vorkommt, wo sie vom Dung der Tiere profitiert. Die trittfeste Gräsersorte ist außerdem resistent und kann sich bei passenden Bedingungen sehr gut gegen andere Gräser durchsetzen. Ihr Anteil in Saatgutmischungen ist daher oft eher gering, weil sie sonst die anderen Arten verdrängen würde. Außerdem sind die Samen der Lägerrispe vergleichweise teuer, weil sie erst spät zur Blüte kommt und die Vermehrung dementsprechend aufwendig ist.

Wiesen-Rispengras (Poa Pratensis)
Wiesen-Rispengras gehört zu den bekanntesten und meistverwendeten Gräsern für Rasen. Es ist genügsam und robust, vor allem auch gegenüber Belastungen des Rasens durch eine intensive Nutzung. Gleichzeitig bildet es eine dichte Grasnarbe und macht die Mischung so weniger anfällig für Unkräutern. Gleichzeitig ist Wiesen-Rispengras aufgrund seiner großen Verbreitung und der leichten Vermehrbarkeit recht günstig. Es eignet sich vor allem für trockene Schattenlagen, beispielsweise unter Bäumen, wo das Blätterdach viel Regenwasser abfängt und vom Boden fernhält.

Hainrispe (Poa Nemoralis)
Auch die Hainrispe kommt in Schattenrasen-Mischungen vor allem deswegen vor, weil sie mit den kargen Lichtverhältnissen erstaunlich gut zurechtkommt. Der lateinische Ausdruck Nemoralis bedeutet etwas so viel wie ‘zum Wald gehörend’. Somit trägt die Hainrispe ihre Schattenverträglichkeit bereits im Namen. Sie wurzelt vergleichsweise flach und ist dadurch auf einen feuchten Boden mit vielen Nährstoffen angewiesen. Dabei bildet sie Horste und sorgt damit für ein schön dichtes Erscheinungsbild des Rasens. Leider ist die Hainrispe aber nicht sehr robust, was ihre Belastbarkeit angeht. Selbst durch vergleichsweise geringes Gewicht, können die nahe an der Oberfläche liegenden Wurzeln beschädigt werden. Mischungen mit Hainrispe eignen sich daher am besten für Zierrasen im Schatten. Auch häufiges Mähen auf eine geringe Schnitthöhe verträgt sie nicht gut und verschwindet dadurch sogar allmählich. Andere, besser angepasste Gräser übernehmen dann ihren Platz.

Rotes Straußengras (Agrostis Capillaris)
Rotes Straußengras ist ursprünglich ebenfalls in Wäldern heimisch und hat seinen Weg in Schattenrasenmischungen aufgrund seiner herausragenden Angepasstheit gefunden. Es ist nicht nur schattenverträglich, sondern durch seine bis zu 50 Zentimeter tiefen Wurzeln auch robust gegenüber Trockenheit und Nährstoffmangel. Auch häufiges Mähen auf eine vergleichsweise geringe Schnitthöhe steckt es problemlos weg. Es wird meist nur in geringen Anteilen genutzt, um das Erscheinungsbild von Rasen unter problematischen Bedingungen zu verbessern. Zwar bildet das rote Straußengras Horste, aber nur kurze unterirdische Ausläufer, sodass es sich nicht sehr rasch verbreitet und verzweigt. Bei sehr guter Düngung oder generell nährstoffreichem Boden leidet seine Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Grassorten erheblich.

Deutsches Weidelgras (Lolium Perenne)
Natürlich ist das Deutsche Weidelgras als Allroundtalent auch in Schattenrasenmischungen vorhanden. Es sorgt dafür, dass sich eine dichte, strapazierfähige Grasnarbe ausbildet und verdrängt an sonnigen Stellen die auf Schatten spezialisierten Arten. Da wo weniger Licht auf den Boden bleibt, ist es jedoch im Wachstum gehemmt und kann von seiner Schnellwüchsigkeit nicht profitieren. Hier füllt es daher nur die Lücken, die weniger dicht wachsende Sorten ihm überlassen. Da das Deutsche Weidelgras mit Trockenheit sehr gut zurechtkommt, eignet es sich besonders gut für Flächen unter Bäumen, die das Regenwasser abfangen.

Rotschwingel (Festuca Rubra)
Auch das zweite Allroundtalent, der Rotschwingel, ist in Saatgutmischungen für Schattenrasen vertreten. Seine ausläuferbildenden Sorten sorgen dafür, dass der Rasen sich ausbreitet und verzweigt, sodass eine dichte Grasnarbe ensteht. Es liebt etwas feuchtere Böden, wie sie häufiger im Schatten von Hauswänden zu finden sind. Was den Nährstoffgehalt des Bodens angeht, ist Rotschwingel eher genügsam und wird daher bei zu starker Düngung schnell von anderen Gräsern vertrieben. Die feinblättrige Sorte verleiht Rasen eine edle tiefgrüne Färbung, sodass ihr Anteil einen hohen Einfluss auf das spätere Erscheinungsbild der Grasfläche hat.

Wie viel Dunkel verträgt Schattenrasen?

Auch wenn Schattenrasen vergleichsweise genügsam ist, was Sonnenlicht angeht, kommt er doch nicht ganz ohne es aus. Eine gewissen Mindestmenge an Helligkeit muss schon gegeben sein, damit er noch gedeihen kann. Wie viel Licht an bestimmten Standorten im Garten ankommt, kannst Du sehr einfach mit einem speziellen Lichtgerät messen. Diese findest Du in der Regel im gut sortierten Baumarkt oder Gartenfachhandel. Schattenrasen benötigt etwa 1000 bis 2000 Lux, um noch gut zu wachsen. Kommt weniger Licht auf Bodenhöhe an, haben auch die genügsamen Gräser keine Chance mehr, Photosynthese zu betreiben und gehen ein. Zum Vergleich: An einem sonnigen Tag im Februar fallen etwa 11.500 Lux auf eine Rasenfläche in der prallen Sonne. Im Sommer sind es sogar noch mehr.

Schattenrasen an sonnigen Standorten?

Gräser, die sonnige Standorte lieben, in den Schatten zu säen ist keine gute Idee – aber wie sieht es andersherum aus? Musst Du, wenn Du eine Rasenfläche mit sonnigen und schattigen Stellen anlegst, zwei verschiedene Saatgutmischungen verwenden?
Die Antwort ist: Nein. Schattenrasen gedeiht auch in der vollen Sonne. Das liegt daran, dass die Saatgutmischungen in der Regel aus vielen verschiedenen Gräsersorten bestehen. Je nach Standort setzen sich dann die Gräser durch, die am besten mit den Bedingungen vor Ort zurechtkommen. So werden Lägerrispe und Hainrispe in der vollen Sonne schnell vom Deutschen Weidelgras in die Knie gezwungen. Dieses bildet an dieser Stelle aber eine wunderbar dichte Grasnarbe. Im Schatten hingegen, wo das Weidelgras schwächelt, füllen die beiden Arten die Lücken und sorgen somit dafür, dass auch hier ein dichter Rasen wächst. Schattenrasen ist somit der Allrounder unter den Rasensorten, der sich für Standorte aller Lichtverhältnisse eignet. Willst Du Dir selbst die passende Saatgutmischung zusammenstellen, achtest Du am besten auch darauf, wie feucht oder trocken der Boden am gewünschten Standort ist und achtest bei der Auswahl der Gräsersorten auf deren Vorlieben.

Kosten für Schattenrasen

Da Saatgutmischungen für Schattenrasen Gräsersorten enthalten, die weniger häufig produziert und teilweise auch etwas aufwendiger in der Vermehrung sind, sind sie in der Regel teurer als andere Rasensorten. Prinzipiell ist der Begriff jedoch nicht geschützt und Hersteller können jede Rasenmischung einfach als Schattenrasen bewerben. Sind dann aber nur die Standard-Gräsersorten enthalten, wird der Erfolg sehr wahrscheinlich ausbleiben. Achte deshalb bei der Auswahl Deines Schattenrasens nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Zusammensetzung des Saatguts! Mindestens eine, besser sogar zwei Gräsersorten, wie Lägerrispe, Hainrispe oder rotes Straußengras, die bestens an wenig Licht angepasst sind, sollten enthalten sein. Den Rest der Mischung sollten Sorten, die eine dichte Grasnarbe ausbilden, ausmachen. Das sollte nicht nur Deutsches Weidelgras, sondern am besten auch Rotschwingel und/oder Wiesen-Rispengras sein. Je ausgewogener die Mischung, desto besser kommt der daraus wachsende Rasen mit den unterschiedlichen Anforderungen seines Standorts zurecht.

Schattenrasen und Spielrasen mischen?

Häufig taucht die Frage auf, ob es sinnvoll wäre, Schatten- und Spielrasenmischungen zu kombinieren, um einen robusteren Schattenrasen anzulegen. Die Idee, verschiedene Gräsersorten zu mischen, ist an sich gut und spielt bei der Auswahl des richtigen Saatguts ja auch eine große Rolle. Die Rechnung hierbei ist jedoch zu einfach und geht daher nicht auf: Meist sind die in beiden Rasensorten enthaltenen Gräser nicht allzu unterschiedlich. Da der Anteil an stark schattenverträglichen Gräsern im Schattenrasen ohnehin schon eher gering ist, würde das Mischen mit Spielrasen ihren Anteil nur weiter senken. Der Schattenrasen wäre dann sogar noch anfälliger, weil der Anteil an nicht an schlechte Lichtverhältnisse angepasster Gräser noch weiter zunehmen würde. Schattenrasen enthält bereits die richtige Zusammensetzung, um ihn so robust wie möglich zu machen. Die Kombination mit Spielrasen- oder Strapazierrasensaatgut ist daher überflüssig. Wenn Du jedoch etwas Geld sparen willst, hast Du die Möglichkeit, Schattenrasen wirklich nur an schattigen Stellen zu säen und für die Flächen in der Sonne eine andere Rasenmischung zu verwenden. Achte hierbei jedoch darauf, dass beide Rasensamen einen ähnlichen Grünton entwickeln.

Schattenrasen anlegen und pflegen

Prinzipiell unterscheidet sich die Anlage eines Schattenrasens nicht von der anderer Rasensorten. Lediglich die Auswahl des passenden Saatguts will noch besser überlegt sein als bei der Anlage einer Grasfläche an einem unkomplizierteren Standort. Die Aussaat erfolg am besten im Frühjahr, da der Rasen im Schatten deutlich länger braucht, um sich zu entwickeln. Schattenrasen säen im Herbst ist daher suboptimal, da die Gräser unter Umständen nicht mehr genug Zeit haben, sich zu entwickeln, bevor die Temperaturen absinken und der erste Frost kommt. Außerdem sind die Lichtverhältnisse in der zweiten Jahreshälfte noch einmal deutlich dunkler als im Frühjahr, wenn die Tage zunehmend länger werden. Auf sonnigen Flächen fällt das nicht ins Gewicht, aber im Schatten zählt jedes bisschen Helligkeit, damit sich der Rasen gut entwickeln kann.

Der richtige Untergrund für Schattenrasen

Welcher Boden der beste für das Schattenrasen säen ist, hängt auch von den Standortbedingungen ab. Ist die Fläche eher feucht, kann es sich lohnen, den Boden mit etwas Sand wasserdurchlässiger zu machen. So bildet sich keine Staunässe, die den Gräserwurzeln schadet und das Wachstum von Moosen verstärkt. In sehr trockenen Bereichen, beispielsweise am Fuße von großen Bäumen, ist es hingegen unter Umständen hilfreich, den Boden mit etwas Muttererde anzureichern. Diese kann mehr Wasser speichern, sodass Du seltener gießen musst. Insgesamt sollte der Boden einen pH-Wert von etwa 6 haben und weder zu sandig noch zu lehmhaltig sein.

Schattenrasen richtig pflegen

Nach dem Säen braucht Schattenrasen die passende Pflege und vor allem eins: viel Zeit zum Wachsen. Erst wenn die jungen Gräser eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht haben, darfst Du das erste Mal den Rasenmäher auspacken und Deinem neuen Schattenrasen den ersten Schnitt verpassen. Der sollte dabei mit einer Schnitthöhe von etwa acht Zentimetern noch relativ großzügig ausfallen. Mähst Du tiefer, könnte das die zarten Pflänzchen zu sehr schwächen und den langfristigen Erfolg des Projekts Schattenrasen gefährden. Auch später solltest Du die Fläche im Schatten eher etwas länger belassen, damit die Halme noch genug Licht für die Photosynthese aufnehmen können. Die empfohlene Schnitthöhe für Schattenrasen liegt bei sechs bis acht Zentimetern.

Der Rasen im Schatten benötigt, wie auch sein Pendant an sonnigen Standorten, regelmäßige Düngergaben, um gut zu gedeihen. Da sich im Schatten, vor allem unter feuchten Bedingungen, gerne viel Moos bildet, sollte Schattenrasen unbedingt einmal, bei Bedarf auch zweimal im Jahr vertikutiert werden. Falls durch das Rausreißen von Moos, Unkräutern und Rasenfilz größere Lücken entstehen, solltest Du dort auf jeden Fall Schattenrasen nachsäen. Im Herbst musst Du bei Rasen am Fuße von Bäumen außerdem ein- bis zweimal wöchentlich das herabfallende Laub zusammenrechen. Andernfalls geht dem Schattenrasen auch noch das wenige verbleibende Sonnenlicht verloren und die einzelnen Gräser können kaum überleben. Was das Gießen angeht, solltest Du bei Schattenrasen immer genau prüfen, ob die Fläche feucht oder ausgetrocknet ist. Im Schatten hält sich, gerade im Sommer, das Wasser vom Gießen aufgrund der geringeren Verdunstung deutlich länger.

Alternativen zu Schattenrasen

Wenn es Dir zu heikel ist, einen Schattenrasen anzulegen oder Du Dir nicht sicher bist, ob dieser an einer sehr dunklen Stelle noch genug Licht bekommt, gibt es auch einige Alternativen.

  • Frühlings-Fingerkraut: Das gelb blühende Frühlings-Fingerkraut bildet einen großen, etwas trittfesten Teppich. Von März bis Mai ist es eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Insekten. In warmen Jahren blüht es im Spätsommer oder Herbst sogar ein zweites Mal.
  • Wald-Ehrenpreis: Auch Wald-Ehrenpreis bildet kleine Teppiche mit einer Wuchshöhe von 10 bis 20 Zentimetern. Von Juli bis September zeigen sich zwarte hellblaue bis blasslila Blüten, die von vielen Insekten besucht werden. Da Wald-Ehrenpreis nährstoffarme Böden bevorzugt, breitet er sich nicht auf anliegende Rasenflächen aus, solange diese gut mit Nährstoffen versorgt werden.
  • Farne: Die aus der Urzeit stammenden Gewächse lieben vor allem den feuchten Schatten. Die gefiederten Blätter bieten zwar keine bunten Blüten, dafür aber ein schönes saftiges Grün.
  • Immergrüne Haselwurz: Die dunkelgrünen Blätter der immergrünen Haselwurz liefern eine rasenähnliche Optik. Die Pflanze wächst zwar langsam, bildet mit der Zeit aber einen dichten, trittfesten Teppich, der fünf bis zehn Zentimeter hoch wird. Die rotbraunen Blüten sind unter den Blättern leider nur selten zu erkennen. Einziger Nachteil: Haselwurz ist giftig und sollte daher auch nicht ohne Schuhe betreten werden.
  • Kleines Immergrün: Als anpassungsfähige und anspruchslose Pflanze wächst das kleine Immergrün problemlos an schattigen Standorten. Dort breitet es sich allerdings langsamer aus als in der Sonne und blüht auch nicht ganz so üppig. Trotzdem bildet es mit der Zeit einen hübschen Vegetationsteppich.

Falls Bodendecker Dir nicht zusagen, kannst Du die Schattenfläche auch nutzen, um eine Terrasse mit Sitzecke oder einen kleinen Teich anzulegen. An heißen Sommertagen wirst Du Dich über einen Ort zur Abkühlung sicher freuen und beide Alternativen sind ebenfalls pflegeleicht.

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