Blührasen Ratgeber

Blührasen Ratgeber - Wichtige Tipps zu Anlage und Pflege

Wenn Dir der Pflegeaufwand für eine reine Rasenfläche zu groß ist, weil Du nicht wöchentlich mähen möchtest, ist ein Blührasen vielleicht die richtige Wahl für dich. Hier machen Gräser nur einen Teil der Saatgutmischung aus. Der Rest besteht aus unterschiedlichen Blumensorten. Blumenwiesen sind nicht nur pflegeleichter als reine Rasenflächen, sondern bieten außerdem Bienen, Hummeln und vielen anderen Insekten wertvolle Nahrung. Sie erfreuen sich daher immer größerer Beliebtheit.

Share on facebook
Facebook
Share on pinterest
Pinterest
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on twitter
Twitter
Share on email
Email

Die Unterschiede zwischen Blumenwiese und Rasen

Egal, ob Du keine Lust hast, jede Woche Rasen zu mähen oder etwas für die Artenvielfalt in Deinem Garten tun magst – gute Gründe, sich für einen Blührasen zu entscheiden, gibt es viele. Die pflegeleichte Variante der klassischen Grasfläche hat aber auch einige Nachteile, die Du bei deinen Überlegungen nicht vernachlässigen solltest:

  • geringe Trittfestigkeit: Im Gegensatz zu Gräsern mögen Blumen es überhaupt nicht, wenn Du, Deine Kinder oder Haustiere auf ihnen herumtoben oder auch nur darüberlaufen. Blührasen eignet sich daher nur für Flächen, die sehr selten bis gar nicht betreten werden. Ansonsten bleibt die erhoffte Blumenpracht aus und schon bald macht sich stattdessen vielleicht sogar Unkraut breit. Zur Abhilfe kannst Du natürlich extra Wege aus Stein, Holz, Fliesen oder normalem Rasen auf deinem Blührasen anlegen.
  • schwierige Unkrautbekämpfung: Da der Blührasen nur zweimal im Jahr gemäht wird, kommt es durchaus vor, dass sich unerwünschte Pflanzen zwischen den Blumen breit machen. Da Unkrautvernichter auch den Blührasen zerstören würden, bleibt dir nichts anderes übrig, als die ungebetenen Gäste mühsam mit der Hand zu jäten. Wächst auf einer Fläche über einen längeren Zeitraum eine Blumenwiese, nimmt die Anzahl an Unkräutern aber nach ein paar Jahren oft deutlich ab.
  • häufiges Nachsäen: Viele Blumen, die häufig in Blührasenmischungen verwendet werden, sind einjährig. Im Idealfall säen sie sich nach erfolgreicher Blüte selbst wieder aus. Falls das nicht gelingt, musst Du allerdings jedes Jahr im Frühling von Hand nachsäen, damit Deine Blumenwiese schön üppig bleibt und kein Unkraut einwandert.

Wenn Dich diese wenigen Nachteile nicht stören, ist der Blührasen definitiv eine schöne Begrünungsvariante für Dich. Im Gegensatz zum traditionellen Rasen musst Du sehr viel seltener Mähen, Düngen, Vertikutieren oder Wässern und wirst dafür auch noch mit bunten Blumen, jeder Menge Insekten und vielleicht sogar einigen Singvögeln im Garten belohnt. Falls Du einen Teil Deines Gartens intensiv nutzen möchtest, aber trotzdem den Pflegeaufwand minimieren willst, kannst Du natürlich auch teilweise einen Blüh- und teilweise einen Gebrauchsrasen anlegen. So hast Du ein bisschen das Beste aus beiden Welten.

Blühwiese in unzähligen Variationen und Varianten

Aufgrund der großen Anzahl an unterschiedlichen Blumenarten und -varianten, die sich für Blührasen eignen, ist die Auswahl an verschiedenen Saatgutmischungen geradezu unüberschaubar. Nicht alle davon sind jedoch sinnvoll zusammengesetzt. Am Ende entscheidet vor allem die Zusammensetzung des Bodens darüber, welche Arten gedeihen und welche nicht. An einem Standort mit nährstoffreichem Boden werden viele Wildblumen nicht gedeihen, da sie von anderen, schnellwachsenden Arten verdrängt werden. Dein Garten kann dir somit durchaus einen Strich durch die Rechnung machen. Befindet sich dort überwiegend lehmhaltiger Boden, der viele Nährstoffe enthält, Du möchtest aber eine Magerwiese anlegen, bleibt Dir dann nichts anderes übrig, als die Bodenbeschaffenheit durch Beimischen von Sand oder Kalk zu verändern. Das ist aber letztendlich nur bis zu einem gewissen Punkt effektiv. Nährstoffliebende Pflanzen auf einem kargen Boden anzusiedeln ist ebenfalls sehr anstrengend, da Du sie sehr oft düngen musst. Willst Du von der Pflegeleichtigkeit des Blührasens profitieren, solltest Du daher Arten wählen, die gut mit den Bedingungen vor Ort zurechtkommen.

Achte außerdem darauf, regionales Saatgut zu wählen. Ein Blührasen mit exotischen Blumen mag zwar ein netter Gedanke sein, Bienen und Hummeln können mit diesen Arten aber unter Umständen wenig anfangen. Sie sind auf die hier heimischen Arten spezialisiert und brauchen deswegen auch genau diese. Aber keine Sorge: Auch in Deutschland gibt es genug farbenfrohe Wildblumen, damit Dein Blührasen ein optisches Highlight in Deinem Garten wird.

Fettwiese
Fettwiesen, auch als Intensivgrünland bezeichnet, sind in der Landwirtschaft Flächen, die zur Heu- oder Silagegewinnung genutzt werden. Damit die Gräser schneller wachsen, erfolgen großzügige Düngergaben und der hohe Stickstoffgehalt im Boden zieht einige schnell wachsende Blühpflanzen an. Dazu gehören vor allem:

  • Schafgarbe
  • Glockenblume
  • Margeriten
  • Wiesenkerbel
  • Weißes Labkraut
  • Wiesen-Bärenklau
  • Hahnenfuß
  • Sauerampfer
  • Löwenzahn

Die vorherrschenden Blütenfarben sind somit Weiß und Gelb. Fettwiesen sind einfach anzulegen: Sie entstehen schnell, wenn Du die üblichen Pflegemaßnahmen für Deinen Rasen einstellst. Die Artenvielfalt in ihnen ist allerdings meist begrenzt und verschiedene Gräsersorten haben mit um die 70 % einen großen Anteil. Durch den hohen Wuchs der Fettwiese bleibt es am Boden eher feucht und kühl, sodass sie nur selten, im besten Fall gar nicht bewässert werden muss. Allerdings mähst Du sie aufgrund der schnell wachsenden Arten am besten zwei- bis dreimal im Jahr auf eine Länge von etwa acht Zentimetern. Düngst Du sie nicht regelmäßig, verändert sich mit der Zeit die Artenzusammensetzung und es entsteht eine Magerwiese. Da Fettwiesen in der Landwirtschaft immer intensiver genutzt, das heißt häufiger gemäht werden, nimmt die natürliche Artenvielfalt in ihnen ab. Damit sind Fettwiesen in privaten Gärten ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Vögel.

Magerwiese
Magerrasen ist besonders artenreich, kommt in der freien Natur aber immer seltener vor. Die meisten Flächen werden durch Landwirtschaft und die damit einhergehende Düngung verändert, andere verbuschen und verwalden. Ursprünglich entstanden die Flächen mit magerem Boden, auf dem viele Wildblumen gedeihen, durch die Beweidung von Wäldern. Heute sind sie allerdings nicht mehr rentabel und werden daher verdrängt. Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind aber auf die nektarreichen Blüten der zahllosen Blumenarten angewiesen. Oft auf Magerwiesen findet man:

  • Grasnelken
  • Schlüsselblumen
  • Pechnelken
  • Kleiner Wiesenknopf
  • Weiß-, Wiesen- und Horn-Klee
  • Ampfer

Der Boden von Magerwiesen ist nährstoffarm, was dazu führt, dass hier vor allem anspruchslose Arten gedeihen, die an nährstoffreichen Standorten von den schneller wachsenden Starkzehrern verdrängt werden. Um in Deinem Garten eine Magerwiese anzulegen kannst Du entweder abwarten, bis eine Fettwiese den Boden ausgezehrt hat oder den Boden durch Beimischen von Kalk oder Sand künstlich nährstoffärmer machen. Das Ausbringen einer Wildblumenmischung beschleunigt die Entstehung eines Magerrasens. Die entsprechenden Arten siedeln sich normalerweise aber auch im Laufe der Zeit von alleine an. Die pflegeleichte Magerwiese muss nur einmal im Jahr, am besten im September gemäht werden.

Blührasen mit Frühblühern verfeinern
Wenn Dir die Wildblumen im Frühjahr zu lange brauchen, bis sich die ersten Blüten zeigen, kannst Du die Blührasenfläche auch noch mit einigen Frühblühern bepflanzen. Da sie so zeitig ihre Blüten zeigen, kommen sie sich mit den restlichen Pflanzen im Blührasen nicht in die Quere und harmonieren sehr gut miteinander. Die Blumenzwiebeln setzt Du am besten im zeitigen Frühjahr oder im Herbst in die Erde. Dafür eignen sich neben Schneeglöckchen, Krokussen und Narzissen auch Hyazinthen und Tulpen. Winterling, Schachbrettblume, Goldstern, Leberblümchen und Märzenbecher sind nur einige der zahlreichen weiteren Möglichkeiten. Achte darauf, dass die von dir ausgewählten Sorten den Standort auf dem Blührasen gut vertragen. Nicht alle Arten kommen mit den oft sehr sonnigen und aufgrund des hohen Grases eher feuchten Bedingungen gut klar.

Blührasen anlegen und pflegen

Auch für die Art und Weise, wie Du an das Projekt Blührasen herangehst, gibt es mehrere Möglichkeiten. Willst Du eine neue Fläche begrünen, unterscheidet sich die Vorgehensweise nicht stark vom normalen Rasen anlegen. Die Vorbereitung des Untergrunds und die richtige Bodenzusammensetzung sind entscheidende Faktoren für das prächtige Gedeihen deiner Samen. Achte darauf, dass Du für das Anlegen eines Blührasens vergleichsweise wenig Saatgut pro Quadratmeter benötigst. Streust Du die Samen zu dicht, behindern sich die Blumen nur gegenseitig. Um es beim Aussäen leichter zu haben, kannst Du dein Blührasen Saatgut daher mit einem Hilfsstoff mischen. Das können einfacher Sand oder Sägespäne sein, aber beispielsweise auch ein Startdünger oder Vermiculit. Das natürliche Mineral speichert Wasser und hilft so dabei, die Keimlinge stets feucht zu halten.

Rasen in eine Blumenwiese verwandeln

Möchtest Du eine bereits vorhandene Grasfläche in einen Blührasen umwandeln, richtet sich das Vorgehen ein bisschen danach, was Dein Ziel ist. Für eine Magerwiese stellst Du zuerst die regelmäßigen Düngergaben ein und lässt die noch vorhandenen Gräser den Boden auszehren. Vertikutiere ihn im nächsten Frühjahr gründlich und säe auf den frisch angeritzten Boden eine passende Blumenmischung aus. Achte dabei darauf, kein Saatgut, das auch Gräser enthält zu wählen. Diese sind ja schon vorhanden.
Wenn Du viel Geduld hast, kannst Du auch einfach ganz abwarten, bis der Rasen aufgrund des fehlenden Düngers immer mehr weicht und damit Platz für einwandernde Wildblumen macht. Hier bist Du aber abhängig davon, dass der Wind die passenden Samen in deinen Garten weht – was natürlich nicht immer passiert. Welche Zusammensetzung Dein künftiger Blührasen hat, hängt dann viel vom Zufall ab. Wenn Du Dich auf eine abwechslungsreiche und wunderschöne Blütenpracht freust, ist diese Variante daher eher ungeeignet.

Blührasen mähen und pflegen

Im dem Jahr, indem Du den Blührasen frisch anlegst, ist es unter Umständen erforderlich, ihn etwas häufiger zu mähen. Das ist davon abhängig, wie sehr Dir Unkräuter das Leben schwer machen und drohen, die eigentlichen Wildblumen zu verdrängen. Mähe den Blührasen etwa zehn Wochen nach der Ausaat, um emporschießende Pflanzen zu kürzen und ihnen somit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dabei kürzt Du natürlich auch die Wiesenblumen, diese treiben aber danach aber wieder gut aus und der Blumenteppich wird nur umso dichter. Wenn Du weiterhin Probleme mit wuchernden Unkräutern hast, kannst Du auch etwas später noch einmal mähen. Wähle dabei eine relativ hohe Schnitthöhe von etwa acht Zentimetern. Schonender für den Blührasen ist es natürlich, wenn Du sie mit der Hand entfernst.

Die eigentliche Mahd der Blumenwiese steht im September an. Sobald alle Pflanzen verblüht sind, wird es Zeit, den Blührasen einmal zurecht zu stutzen. Das richtige Werkzeug dafür hängt vor allem von der Wuchshöhe ab. Klassische Rasenmäher sind mit hochgewachsenen, langen Blütenstängeln oft überfordert. Sie verheddern sich in den Mähmessern und ziehen dabei im schlimmsten Fall den Motor in Mitleidenschaft. Besser für Blührasen eignet sich in der Regel daher die klassische Sense. Gerade bei größeren Flächen ist das Mähen auf diese Art aber schnell sehr anstrengend. Hier empfiehlt sich die Anschaffung einer Motorsense. Lasse das Schnittgut nach dem Mähen einige Tage liegen, damit auch die letzten Samenkapseln noch ausreifen und ihre Nachfolge im nächsten Jahr sicherstellen. Anschließend rechst Du es zusammen und wirfst es entweder auf den Kompost oder mulchst es, um dem Boden die verloren gegangenen Nährstoffe wieder zurückzugeben.

Share on facebook
Facebook
Share on pinterest
Pinterest
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on twitter
Twitter
Share on email
Email
Close Menu

Pin It on Pinterest

Sag es weiter...

Hat Dir der Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch einfach mit Deinen Freunden.